Neurechte Angriffe auf Kulturpolitik und Wissenschaft kontern. Interview zur «Initiative Provenienzforschung stärken!»in:
kritische berichte, Bd. 54 Nr. 1 (2026).
In diesem Interview geht es um die Resonanz auf den offenen Brief sowie um die Grenzen zwischen Forschung und Aktivismus, um engagierte Kunstgeschichte und um die Bedeutung kritischer Provenienzforschung im Zeitalter zunehmenden Populismus und Rechtsextremismus.
Vor dem Hintergrund zunehmender Angriffe auf die Provenienzforschung durch rechtsextreme Kulturpolitik eröffnet die Veranstaltungsreihe „Resilienz“ für Schutz und Stärkung der Provenienzforschung den gemeinsamen Raum, um im direkten Gespräch mit externen Referent:innen für aktuelle Entwicklungen zu sensibilisieren, deren Hintergründe einzuordnen und insbesondere konkrete Handlungs- und Strategiemöglichkeiten aufzuzeigen.
Die Forderung nach ‚Neutralität‘ in der musealen Arbeit wird zunehmend von rechten bis rechtsextremen Akteur:innen instrumentalisiert – als Strategie der Verunsicherung und mitunter auch zur Legitimation demokratiefeindlicher Positionen. Vor allem in der Auseinandersetzung mit menschenfeindlichen oder geschichtsrevisionistischen Positionen sowie dem Aufarbeiten von historischen Unrechts- und Gewaltkontexten sind Wissenschaftler:innen und Mitarbeiter:innen in Kulturinstitutionen immer häufiger mit diesem Thema konfrontiert. Auch im Engagement über die eigentliche Arbeit hinaus stellt sich für viele Personen die Frage, wie sie sich im Spannungsverhältnis zwischen vermeintlicher Neutralität und dem Einsatz für demokratische Grundwerte positionieren können.
Gemeinsam mit
Menekse Wenzler sprechen wir über die Bedeutung des Neutralitätsgebots in Kulturinstitutionen und Museen. Sie ist Juristin, Vizedirektorin und Verwaltungsdirektorin des Deutschen Technikmuseums in Berlin und als Vorstandsmitglied des Deutschen Museumsbundes Co-Autorin der 2025 erschienenen Handreichung „Museen im politischen Raum. Spielräume kennen, Haltung zeigen“. Im Zentrum der Sitzung steht die Frage: Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es im Umgang mit der Forderung nach ‚Neutralität‘, welche Positionierungen sind möglich, welche in den aktuellen Zeiten gar gefordert?
Das Format versteht sich als Austausch – Fragen und die gemeinsame Diskussion sind zentraler Bestandteil der Veranstaltung.
Anmeldung bis 11. April 2026 an:
initiative.provenienzforschung@posteo.deMehr dazu siehe:
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste / Meldungen
Die rechten Angriffe auf Wissenschaftler:innen als Individuen sowie ganze Fachbereiche an Hochschulen und Universitäten haben in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Geistes- und Geschichtswissenschaften, die sich kritisch mit der nationalsozialistischen wie kolonialen Vergangenheit beschäftigen, sind gemeinsam mit Postcolonial und Gender Studies besonders gefährdet.
Gemeinsam mit
Julia Wandt, einer der Koordinator:innen des Scicomm-Supports, werden diese Entwicklungen und die besondere Situation der universitären Provenienzforschung besprochen. Der Scicomm-Support unterstützt und berät Wissenschaftler:innen und Wissenschaftskommunikator:innen bei Angriffen und unsachlichen Konflikten in der Wissenschaftskommunikation. Es soll darüber hinaus aus der Beratungspraxis erklärt werden, welche Strategien und Handlungsmöglichkeiten es gibt, um antidemokratischen Angriffen gegen Wissenschaftler:innen zu begegnen.
Mehr dazu siehe:
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste / Meldungen