AKTUELLES
Neuerscheinung
Neurechte Angriffe auf Kulturpolitik und Wissenschaft kontern. Interview zur «Initiative Provenienzforschung stärken!»
in: kritische berichte, Bd. 54 Nr. 1 (2026).

In diesem Interview geht es um die Resonanz auf den offenen Brief sowie um die Grenzen zwischen Forschung und Aktivismus, um engagierte Kunstgeschichte und um die Bedeutung kritischer Provenienzforschung im Zeitalter zunehmenden Populismus und Rechtsextremismus.
Veranstaltungsreihe "RESILIENZ"
Vor dem Hintergrund zunehmender Angriffe auf die Provenienzforschung durch rechtsextreme Kulturpolitik eröffnet die Veranstaltungsreihe „Resilienz“ für Schutz und Stärkung der Provenienzforschung den gemeinsamen Raum, um im direkten Gespräch mit externen Referent:innen für aktuelle Entwicklungen zu sensibilisieren, deren Hintergründe einzuordnen und insbesondere konkrete Handlungs- und Strategiemöglichkeiten aufzuzeigen.
#2 Sitzung: ‚Neutral' bleiben oder Haltung zeigen? Spielräume in Museen und Kulturinstitutionen
14. April 2026, 17:00 - 18:30 Uhr

Die Forderung nach ‚Neutralität‘ in der musealen Arbeit wird zunehmend von rechten bis rechtsextremen Akteur:innen instrumentalisiert – als Strategie der Verunsicherung und mitunter auch zur Legitimation demokratiefeindlicher Positionen. Vor allem in der Auseinandersetzung mit menschenfeindlichen oder geschichtsrevisionistischen Positionen sowie dem Aufarbeiten von historischen Unrechts- und Gewaltkontexten sind Wissenschaftler:innen und Mitarbeiter:innen in Kulturinstitutionen immer häufiger mit diesem Thema konfrontiert. Auch im Engagement über die eigentliche Arbeit hinaus stellt sich für viele Personen die Frage, wie sie sich im Spannungsverhältnis zwischen vermeintlicher Neutralität und dem Einsatz für demokratische Grundwerte positionieren können.
Gemeinsam mit Menekse Wenzler sprechen wir über die Bedeutung des Neutralitätsgebots in Kulturinstitutionen und Museen. Sie ist Juristin, Vizedirektorin und Verwaltungsdirektorin des Deutschen Technikmuseums in Berlin und als Vorstandsmitglied des Deutschen Museumsbundes Co-Autorin der 2025 erschienenen Handreichung „Museen im politischen Raum. Spielräume kennen, Haltung zeigen“. Im Zentrum der Sitzung steht die Frage: Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es im Umgang mit der Forderung nach ‚Neutralität‘, welche Positionierungen sind möglich, welche in den aktuellen Zeiten gar gefordert?
Das Format versteht sich als Austausch – Fragen und die gemeinsame Diskussion sind zentraler Bestandteil der Veranstaltung.

Anmeldung bis 11. April 2026 an: initiative.provenienzforschung@posteo.de

Mehr dazu siehe:
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste / Meldungen
Vergangene Sitzungen
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Resilienz“ für Schutz und Stärkung der Provenienzforschung laden wir in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste am 17. März 2026, 17:00 – 18:30 Uhr zur ersten Sitzung mit dem Thema „Rechte Angriffe auf Wissenschaft und Wissenschaftler:innen“.
Die rechten Angriffe auf Wissenschaftler:innen als Individuen sowie ganze Fachbereiche an Hochschulen und Universitäten haben in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Geistes- und Geschichtswissenschaften, die sich kritisch mit der nationalsozialistischen wie kolonialen Vergangenheit beschäftigen, sind gemeinsam mit Postcolonial und Gender Studies besonders gefährdet.
Gemeinsam mit Julia Wandt, einer der Koordinator:innen des Scicomm-Supports, werden diese Entwicklungen und die besondere Situation der universitären Provenienzforschung besprochen. Der Scicomm-Support unterstützt und berät Wissenschaftler:innen und Wissenschaftskommunikator:innen bei Angriffen und unsachlichen Konflikten in der Wissenschaftskommunikation. Es soll darüber hinaus aus der Beratungspraxis erklärt werden, welche Strategien und Handlungsmöglichkeiten es gibt, um antidemokratischen Angriffen gegen Wissenschaftler:innen zu begegnen.

Mehr dazu siehe:
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste / Meldungen
VERGANGENES
Bei der Jahrestagung des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V. in Bonn stellte Fenya Almstadt am 10. September 2025 unsere "Initiative Provenienzforschung stärken!" vor. Sie präsentierte das Impulspapier "Protecting and Strengthening Provenance Research against New Right-Wing Cultural Policy: Towards a Resilient Research Community" und beteiligte sich an einer Diskussionsrunde mit Ruth von dem Bussche (Vorsitzende des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V.), Andrea Baresel-Brand (Deutsches Zentrum Kulturgutverluste, Magdeburg), Gitta Ho (Mission de recherche et de restitution des biens culturels spoliés entre 1933 et 1945, Ministère de la Culture Frankreich), Toon van Mierlo (Dutch Advisory Committee on the Assessment of Restitution Applications for Items of Cultural Value and the Second World War) und Donnell Deeny (UK Spoliation Advisory Panel).

Anlässlich der Koalitionsverhandlungen haben wir mit der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste und dem Arbeitskreis Provenienzforschung e.V. am 21. März 2025 ein gemeinsames Schreiben an die Arbeitsgruppe Kultur und Medien gerichtet.