Neuerscheinung
Neurechte Angriffe auf Kulturpolitik und Wissenschaft kontern. Interview zur «Initiative Provenienzforschung stärken!»in:
kritische berichte, Bd. 54 Nr. 1 (2026).
In diesem Interview geht es um die Resonanz auf den offenen Brief sowie um die Grenzen zwischen Forschung und Aktivismus, um engagierte Kunstgeschichte und um die Bedeutung kritischer Provenienzforschung im Zeitalter zunehmenden Populismus und Rechtsextremismus.
Veranstaltungsreihe „RESILIENZ“
Vor dem Hintergrund zunehmender Angriffe auf die Provenienzforschung durch rechtsextreme Kulturpolitik eröffnet die Veranstaltungsreihe „Resilienz“ den gemeinsamen Raum, um im direkten Gespräch mit externen Referent:innen für aktuelle Entwicklungen zu sensibilisieren, deren Hintergründe einzuordnen und insbesondere konkrete Handlungs- und Strategiemöglichkeiten aufzuzeigen.
#4 ‚Neutralität‘ in Wissenschaft und Kultur – Eine juristische Einordnung
17. September 2026, 17:30 - 19:00 Uhr, Seydelstraße 18, 10117 Berlin (Deutsches Zentrum Kulturgutverluste)

Im Kontext zunehmender politischer Angriffe auf Wissenschafts- und Kultureinrichtungen wird der Vorwurf mangelnder
‚Neutralität‘ häufig genutzt, um Forschungsinhalte, öffentliche Stellungnahmen oder institutionelles Handeln infrage zu stellen und zu diffamieren. Doch was bedeutet politische ‚Neutralität‘ aus juristischer Perspektive tatsächlich? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten für Wissenschaftler:innen, Museen und Forschungseinrichtungen? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Wissenschaftsfreiheit, öffentlicher Positionierung und der Wahrung demokratischer Grundwerte?
Zur Einordnung dieser Fragen freuen wir uns den
Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Wolfram Cremer zu begrüßen. Ausgehend von aktuellen Debatten und einem Praxisbeispiel wird er im Gespräch mit der
Provenienzforscherin und stellvertretenden Vorsitzenden des Arbeitskreis Provenienzforschung, Lisa Kern, die rechtlichen Grundlagen des Neutralitätsbegriffs erläutern und aufzeigen, welche Handlungsspielräume Wissenschafts- und Kultureinrichtungen besitzen. Im Anschluss werden im gemeinsamen Austausch die Bedeutung dieser Fragen für die Provenienzforschung diskutiert und Herausforderungen sowie mögliche Strategien im Umgang mit entsprechenden Vorwürfen und Angriffen reflektiert.
Wolfram Cremer ist Rechtswissenschaftler sowie Professor für Öffentliches Recht und Europarecht an der Ruhr-Universität Bochum. Seine Fachgebiete und Forschungsinteressen sind das nationale Verfassungsrecht, insbesondere die Grundrechte, das Europarecht mit Schwerpunkten im Bereich des europäischen Wirtschaftsrechts und des Rechtsschutzes sowie das Energie-, Umwelt- und Bildungsrecht. Auf diesen Gebieten hat er zahlreiche Aufsätze und Monographien publiziert.
Anmeldung bis 01. September 2026 an:
veranstaltungen.initiative.provenienzforschung@posteo.deMehr dazu siehe:
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste / MeldungenDie Veranstaltung findet
in Präsenz statt. Bitte melden Sie sich verbindlich an, da der Veranstaltungsort ein
begrenztes Platzkontingent hat.
Teilen Sie uns gerne mit, wie wir die Veranstaltung nach unseren Möglichkeiten für Sie barriereärmer gestalten können.
Wir behalten uns vor, unser digitales Hausrecht auszuüben und Personen, die sich rechtsextrem, rassistisch, antisemitisch oder anderweitig menschenverachtend äußern, den Zutritt oder Verbleib im digitalen Raum dieser Veranstaltung zu verwehren.
Vergangene Sitzungen
#3 Parlamentarische Anfragen zur Provenienzforschung
18. Mai 2026, 17:00 - 18:30 Uhr (online)

Parlamentarische Anfragen sind eines der Instrumente deutscher Abgeordneter auf Landes- und Bundesebene zur Kontrolle der Regierung. Allerdings wird dieses demokratische Werkzeug zunehmend von rechten und rechtsextremen Politiker:innen missbraucht: Dies reicht von einer bewussten Bindung von Ressourcen, die die Beantwortung der Anfragen bei den jeweiligen Institutionen fordern, über die Nutzung der eingeholten Informationen für die eigene politische Agenda bis hin zur Einschüchterung durch Sammeln von personenbezogenen Daten. Auch die Provenienzforschung ist in den vergangenen Jahren Gegenstand solcher Anfragen geworden.
Die
Initiative Provenienzforschung stärken! gibt einen Überblick über rechte und rechtsextreme parlamentarische Anfragen, die in den vergangenen Jahren auf Bundes- und Landesebene zum Thema der musealen und universitären Provenienzforschung sowie zu Restitutionen gestellt wurden. Anschließend sprechen
Gilbert Lupfer, ehemaliger Vorstand des DZK, und
Meike Hopp, aktuelle Vorständin.
Gemeinsam mit der Referentin
Julia Wandt vom Scicomm-Support werden diese Anfragen schließlich eingeordnet und Handlungsmöglichkeiten diskutiert – sowohl für einzelne Personen in Institutionen, die mit der Beantwortung der Anfragen befasst sind, als auch im Hinblick auf mögliche fachliche Zusammenschlüsse und einen kollektiven Umgang mit diesen Anfragen.
Der
Scicomm-Support unterstützt und berät Wissenschaftler:innen und Wissenschaftskommunikator:innen bei Angriffen und unsachlichen Konflikten in der Wissenschaftskommunikation. Wir erfahren aus der Beratungspraxis, welche Strategien und Handlungsmöglichkeiten es gibt, um antidemokratischen Angriffen gegen Wissenschaftler:innen zu begegnen.
Das Format versteht sich als Austausch – Fragen und die gemeinsame Diskussion sind zentraler Bestandteil der Veranstaltung.
Mehr dazu siehe:
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste / Meldungen
#2 ‚Neutral' bleiben oder Haltung zeigen? Spielräume in Museen und Kulturinstitutionen
14. April 2026, 17:00 - 18:30 Uhr

Die Forderung nach ‚Neutralität‘ in der musealen Arbeit wird zunehmend von rechten bis rechtsextremen Akteur:innen instrumentalisiert – als Strategie der Verunsicherung und mitunter auch zur Legitimation demokratiefeindlicher Positionen. Vor allem in der Auseinandersetzung mit menschenfeindlichen oder geschichtsrevisionistischen Positionen sowie dem Aufarbeiten von historischen Unrechts- und Gewaltkontexten sind Wissenschaftler:innen und Mitarbeiter:innen in Kulturinstitutionen immer häufiger mit diesem Thema konfrontiert. Auch im Engagement über die eigentliche Arbeit hinaus stellt sich für viele Personen die Frage, wie sie sich im Spannungsverhältnis zwischen vermeintlicher Neutralität und dem Einsatz für demokratische Grundwerte positionieren können.
Gemeinsam mit
Menekse Wenzler sprechen wir über die Bedeutung des Neutralitätsgebots in Kulturinstitutionen und Museen. Sie ist Juristin, Vizedirektorin und Verwaltungsdirektorin des Deutschen Technikmuseums in Berlin und als Vorstandsmitglied des Deutschen Museumsbundes Co-Autorin der 2025 erschienenen Handreichung „Museen im politischen Raum. Spielräume kennen, Haltung zeigen“. Im Zentrum der Sitzung steht die Frage: Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es im Umgang mit der Forderung nach ‚Neutralität‘, welche Positionierungen sind möglich, welche in den aktuellen Zeiten gar gefordert?
Das Format versteht sich als Austausch – Fragen und die gemeinsame Diskussion sind zentraler Bestandteil der Veranstaltung.
Mehr dazu siehe:
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste / Meldungen
#1 Rechte Angriffe auf Wissenschaft und Wissenschaftler:innen
17. März 2026, 17:00 – 18:30 Uhr

Die rechten Angriffe auf Wissenschaftler:innen als Individuen sowie ganze Fachbereiche an Hochschulen und Universitäten haben in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Geistes- und Geschichtswissenschaften, die sich kritisch mit der nationalsozialistischen wie kolonialen Vergangenheit beschäftigen, sind gemeinsam mit Postcolonial und Gender Studies besonders gefährdet.
Gemeinsam mit
Julia Wandt, einer der Koordinator:innen des Scicomm-Supports, werden diese Entwicklungen und die besondere Situation der universitären Provenienzforschung besprochen. Der Scicomm-Support unterstützt und berät Wissenschaftler:innen und Wissenschaftskommunikator:innen bei Angriffen und unsachlichen Konflikten in der Wissenschaftskommunikation. Es soll darüber hinaus aus der Beratungspraxis erklärt werden, welche Strategien und Handlungsmöglichkeiten es gibt, um antidemokratischen Angriffen gegen Wissenschaftler:innen zu begegnen.
Mehr dazu siehe:
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste / Meldungen